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FROZEN OCEAN – Askdrömmar (2026)
(10.098) Miriam (5,0/10) Black Metal
Label: Apocalyptic Witchcraft Recordings
VÖ: 13.02.2026
Stil: Black Metal
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Ich muss vorab sagen, dass ich FROZEN OCEAN tatsächlich zum ersten Mal höre – sowohl im Sinne des Gehörgangs als auch dem Namen nach. Nichts klingelte in meinem Gedächtnis, obwohl die russische One-ManBand von Vaarwel bereits sage und schreibe elf (!!!) Alben und EPs veröffentlicht hat und seit 2005 mit eisigen Melodien die Welt beschallt.
Der erste Eindruck: “Back to the 90s”
Schon mit dem Opener Mangata wird klar: hier wurde auf dem Synthboard/Drumprogramm ganz fest die Taste „Back to Old School 90’s Black Metal“ gedrückt – und nach dem ersten Durchlauf klemmt sie offenbar. Das ganze Album „Askrömmar“ (übrigens Schwedisch) vermittelt das Gefühl, sich in einem Gotham Cityartigen, außerirdischen Nachtstreifzug zu befinden. Man könnte sagen: ein Klangteppich aus Sternenstaub, Neonlicht und verirrten Raben.
Das Album wirkt wie ein Teig, aus dem immer dieselben Grundzutaten bestehen – bei jedem Song wird lediglich mal eine Prise anders hinzugefügt oder weggelassen.
Song für Song durchs Eis
Der Start von Mangata gefällt mir ausgesprochen gut: ein fast kanonartiger Aufbau der Instrumente, der sich schön öffnet. Gegen Ende überrascht dann eine hörbuchartige Passage – eine sprechende Frau, plötzlich ganz ohne Musik. Cut. Vorhang zu. Abspann.
Mit Bortkastade dödsrunor und Andas i neonregn (übrigens großartige Songtitel) geht es in ähnlichem Fahrwasser weiter. Die neue Zutat: Piano.
Das Tempo bleibt Midtempo. Immer Midtempo. So konstant, dass ich irgendwann hoffnungsvoll auf eine Steigerung warte – die jedoch ausbleibt. Auch Vaarwels Gesang bleibt monoton – tonal wie textlich. Statt Entwicklung gibt es ein stilles, verträumtes Dahindämmern.
Bemerkung: Das Album eignet sich hervorragend als Einschlafhilfe. (Das meine ich nicht böse.)
Dann Gristimmar – plötzlich wird’s wild! Ich werde brutal aus meiner MidtempoTrance gerissen: Ein hörbuchartiger Mann spricht, umgeben von kosmischen KlingPingTönen. Voilà – das ist hier die Geheimzutat.
Jag sover und I lyktornas sken bringen schließlich einen leicht anderen Gitarrenklang, garniert mit einer dezenten Pianonote. Abgesehen davon: Same feeling, same flow. Ohne Pause ineinander übergehend, könnte man sie fast für einen langen Track halten.
Dann kommt Köttkvar – und ja, Achtung: wieder ein verzerrtes Hörbuchstück. Punkt.
Långt lopp genom mörkret: die finale AlienPhase. Kosmische Signale, leichtes Chaos, das Grundprinzip bleibt jedoch dasselbe: neuer Anfang, gewohnter Mittelteil, vertrautes Ende.
Fazit: Der ewige Midtempo-Traum-Traum-Traum im Nebel
Am Ende, mit Brunkebergstunneln, bündelt Vaarwel noch einmal alles: PingPong-Kosmos-Sounds, das unerschütterliche Midtempo, die monotone Stimme, leicht variiertes Gitarrenspiel.
Schön – aber irgendwie suchte ich vergeblich nach Blastbeats, Spannung und Überraschung.
Das Albumcover ist übrigens kein Augenschmaus: Es erinnert mich an Batman, Gotham City und geheimnisvolle, grün leuchtende Nebel. Fast so, als würde der Riddler in einem schwedischen Nebelwald Drone aufnehmen. Die PingFong-Klänge erklingen noch lange im Kopf nach.
Anspieltipps:
🔥 “Mangata "
Bewertung: 5,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Mångata
02. Bortkastade dödsrunor
03. Andas in neonregn
04. Gristimmar
05. Jag sover
06. I lyktornas sken
07. Köttkvarn
08. Långt lopp genom mörkret
09. Brunkebergstunneln

