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IMMOLATION – Descent (2026)

(10.192) Phillip (8,8/10) Death Metal


Label: Nuclear Blast Records
VÖ: 10.04.2026
Stil: Death Metal






Um direkt mal die Karten auf den Tisch zu legen: Ich hatte bisher wenig Berührungspunkte mit Immolation. Natürlich kenne ich deren Status und die Bedeutung dieser Death Metal- Granden. Doch irgendwie sprang der Funke nie über. Live habe ich sie gesehen, ist schon ein paar Jahre her, aber selbst da wollte irgendwie nicht viel hängen bleiben. Außerdem fand ich das Logo, wenn auch eigenständig, immer irgendwie uncool. Für dieses aktuelle Review ist das also Fluch und Segen zugleich, denn zum einen gehe ich hier nahezu unbefleckt rein, zum anderen ist es somit schwierig das Album Descent in das Œuvre dieser Band einzuordnen.

Auf dem nunmehr zwölften Studio-Album präsentieren sich die Mannen um Ross Dolan mit klar gelenkter Raserei. Ein Merkmal, das alle Stücke durchzieht. Hier wird nicht einfach drauf los gehackt, hier wird mit chirurgischer Präzision filetiert, und wenn doch mal der Flammenwerfer wild lossprüht (The Ephemeral Curse), wird die Nummer enorm elegant in geregelte Strukturen gelenkt und von einem Main-Riff zusammengehalten, das seine unterschwellige Kraft über die Brenndauer des Stücks entfalten kann. Auch erwarten uns gelegentliche, spielerische Akzente, zum Beispiel im Zermalmer God’s Last Breath oder etwa im spannenden Adversary.

Ein bemerkenswerter Faktor ist das Drumming von Steve Shalaty. Kraftvoll, dominant, wuchtig und dabei gleichzeitig so vielfältig akzentuiert, dass es mindestens zwei Durchläufe braucht, um überhaupt zu begreifen, was dieser Mann da an den Kesseln abliefert. Dass auch Robert Vigna niemandem einen Beweis seiner Fähigkeiten schuldig ist, dürfte klar sein. So führt er mit einer majestätischen Erhabenheit durch die Stücke und lässt hier und da ein paar organisch eingefasste Soli und Melodien sprießen (zum Beispiel in Attrition) bevor dann wieder extrem eingängige Riffs die Fackel übernehmen.

Das bringt mich zum Rhythmussektor, der von allen Instrumentalisten bravourös bedient wird. Mal ist es, als würde man eine Axt schwingen, mit der man Feuerholz vorbereitet, mal ist man selbst das Feuerholz und es prasselt auf einen ein. Eine präzise Zermalmung folgt der nächsten. Soundästhetisch höre ich deutliche Ähnlichkeiten zum Behemothschen Referenzwerk The Satanist, sowohl in der Dynamik, als auch in der monolithischen, beinahe erdrückenden Mächtigkeit (False Ascent). Glücklicherweise wird das durch das vorletzte Stück, ein Instrumental, aufgebrochen, um dem Album-Closer und Titeltrack Descent eine gebührende Bühne zu geben. Was hier nach dem Blast- und Solointermezzo an Groove entfesselt wird, ist mit dem Wort „eindrucksvoll“ nicht mehr zu beschreiben.

Operation geglückt, Patient mit schweren Verbrennungen davongekommen. Aber nicht ausreichend, um nachhaltige Schäden zu verursachen. So werde ich mir ein paar Songs ganz sicher herauspicken, um hier und da meine Playlisten zu schmücken, aber zum Fan von Immolation wurde ich jetzt nicht direkt. Dabei gilt zu beachten, dass Descent ein durchweg abwechslungsreicher, kraftstrotzender Feuerball ist, der lediglich an den Vocals, in meinen Ohren, etwas kränkelt. Ja, sie sind zumeist verständlich. Ja, sie klingen sagenhaft angepisst und maximal evil – doch fehlt es mir hier, im Gegensatz zu allen anderen Instrumenten, an Impulsen und Akzenten. Das schmälert den Gesamteindruck allerdings nur sehr sachte und hindert mich keinesfalls daran, eine unbedingte Empfehlung für Fans von amerikanischem OG-OSDM auszusprechen! Außerdem, mal am Rande: Hat Eliran Kantor jemals ein Cover für ein lahmes Album kreiert?

Anspieltipps:
🔥 The Ephemeral Curse
Adversary
🪓 Descent


Bewertung: 8,8 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. These Vengeful Winds
02. The Ephemeral Curse
03. God's Last Breath
04. Adversary
05. Attrition
06. Bend Towards the Dark
07. Host
08. False Ascent
09. Banished
10. Descent



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