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RIKET – 2026 (2026)

(10.195) Maik (9,4/10) Death Metal


Label: Black Lion Records
VÖ: 10.04.2026
Stil: Death Metal






Die schwedische Band RIKET agiert nun auch schon ein Jahrzehnt, und hat sich bisher nur durch zwei EPs, ein Livealbum und diverse Singles ins Veröffentlichungskarussell eingebracht. Nun steht also der erste Studio- Langstreckenbomber auf der Startbahn, und giert danach, die Ohren der Death Metal- Community einzuäschern. Das Album betitelt sich schlicht mit unserer aktuellen Jahreszahl, „2026“, was zunächst erst einmal etwas einfallslos wirkt, letztlich aber einem tieferen Sinn folgt. Aber dazu komme ich (vielleicht) noch. 

Dabei bewegen sich die Schweden nicht allein im Bereich todesbleihaltiger Gefilde, sondern führen auch mal Schläge in Anrainergebieten durch. Was ich damit sagen will, es kommen auch mal Riffs zutage, die durchaus auch einer Thrash Metal- Band gut zu Gesicht stehen würden. Andererseits hat die Musik auch einen Touch vom Black Metal mit leichtem Pagan-Einschlag. Das liegt vor allem am Gesang, denn Vokalist Johan Fridell grollt in seiner Muttersprache.

Trotz aller Harshness ist die Musik von RIKET mit melodischen Parts versehen, die den Sound aber nicht verwässern, sondern für eine erfrischende Abwechslung sorgen. Das ist einer der Gründe, weshalb das Album wie im Fluge vergeht, und man regelrecht magisch von der Repeat-Taste angezogen wird. Denn man kann bei jedem neuen Hördurchgang neue Facetten erkennen. Einige Gitarrensoli könnten auch auf einer Prog-Metal-Scheibe erklingen, ohne für Verwirrung zu sorgen. 

Nun bin ich zwar ein großer Freund der nordischen Sprachen, leider halten sich meine Sprachkenntnisse doch in überschaubaren Grenzen. Dennoch kann ich das lyrische Konzept erkennen, denn die Songs, denen eine bestimmte Jahreszahl vorangeht, berichten über tragische Geschehnisse aus der schwedischen Geschichte. Nicht unbedingt die weltweit bekannten Vorfälle, sondern eben welche, die fast ausschließlich Sverige betrafen. 

Die meisten sind mir völlig unbekannt, jedoch, so habe ich herausfinden können, erzählt der Opener „1868 – Sommar Vid Vinterviken“ von der Explosion im Nobel-Laboratorium in Vinterviken in eben diesem Jahr, bei dem 14 Mitarbeiter ihr Leben verloren. Das ist insgesamt ein interessantes Konzept, abseits von den ganzen Kriegsberichterstattern im Death Metal. Wenn du tot bist, bist du tot. Egal, ob es in einem Weltenbrand geschieht oder bei einem Unfall, von dem die Weltgeschichte kaum betroffen ist. Für die Betroffenen und Hinterbliebenen ist die Tragik dieselbe. 

Die Songtitel klingen dabei recht unverfänglich und fast banal. Um zu wissen, worum es geht, muss man wohl der schwedischen Sprache kundig sein, einfaches Googlen reicht da nicht wirklich. RIKET zwingen den Hörer, sich tiefer mit der Materie zu befassen, die Sprachbarriere erhöht die Schwierigkeit. 

Doch auch abseits vom lyrischen Konzept gelingt es den Schweden, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Zwischen Härte und Melodiebögen zimmern die Nordmänner ein eigenständig wirkendes Gebräu zusammen, welches geeignet ist, den Hörer zu fesseln.  

Ich habe nichts gegen gelegentliches Gekloppe und stehe den meisten melodischen Todesbleigießern eher distanziert entgegen, ein Zusammenspiel von Melodie, Heavyness und Tragik allerdings, wie es RIKET zum Beispiel in „2000 År (Saliga Äro De Tålmodiga)“ zelebrieren, dass einem die Gänsehaut in drei Schichten über den Balg läuft, muss man erst einmal hinkriegen. 

RIKET klingen eindeutig skandinavisch, lassen sich aber nicht vom gängigen HM-2- Retrosound oder vom göteborgscher Klangwelt vereinnahmen, sondern streben nach einer gewissen Eigenständigkeit, was ihnen auch gelingt. Überraschende, aber logische musikalische Wendungen in den Songs fordern die Aufmerksamkeit des Hörers, die man der Musik auch bereitwillig zuteilig werden lässt. 

Den Abschluss bildet eine Coverversion von „Alla Ska I Jorden“ des schwedischen Musikers STEFAN SUNDSTRÖM, welche ich hier auch hervorheben möchte. Denn angesichts der in den vorherigen Songs vermittelten Tragik strahlt dieser Track trotz aller Düsternis auch Kraft aus. Gerade der hymnische anmutende Gitarrenlauf, der den Großteil des Liedes dominiert, scheint förmlich zu rufen: ‘Hey, wir müssen zwar alle mal dem Tod ins Angesicht schauen, das ist aber kein Grund, nicht vorher ausgiebig zu leben‘. Womit das Album trotz aller Tragödie zum Schluss noch eine positive Botschaft vermittelt. 

Anspieltipp:
💀 Storsvagaaret
💪 Att Döda Ett Barn


Bewertung: 9,4 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. 1868 – Sommar Vid Vinterviken
02. 1867 - Storsvagaaret
03. 1965 – Höghus Och Kultur
04. 1948 – Att Döda Ett Barn
05. 1885 – Dödsdansen (I Månskensnatten)
06. 1897 – Mot Polen
07. 1991 – 2000 År (Saliga Äro De Tålmodiga)
08. 1937 – Lågor Vid Portarna
09. 2009 – Alla Ska I Jorden (STEFAN SUNDSTRÖM- Cover) 



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