Alben des Jahres 2025

DIE Alben DES MONATS (03/26)

Aktuelle Reviews

Q&A - Die Interviews

Tales from the hard side

Wir hörten früher gerne

So fing alles an

CD-Reviews N-P

NECROMANCER – Unholy Trinity (2026)

(10.191) Phillip (8,9/10) Black Speed Metal


Label: Evil Spell Records
VÖ: 17.04.2026
Stil: Black Speed Metal






Es ist egal wie ambitioniert du bist, wie technisch versiert du dein Instrument beackerst und wie sehr du für den Metal brennst. Wenn du aus Mecklenburg-Vorpommern kommst, hast du einen Standortnachteil so groß wie die Ostsee. Denn wer nicht nur lokal zocken will muss, zumindest von Rostock aus, mindestens zwei Stunden lang eine Autobahn abrödeln nur um in die zwei größten Städte Deutschlands zu kommen, wo dann die dort lokale Konkurrenz den Vorzug erhält – schließlich spart man sich als Veranstalter sehr gerne die Anfahrtskosten.

Und dennoch: Necromancer beweisen seit Jahren absolut pragmatischen Idealismus (man beachte den anschließenden Inbegriff eines Low-Budget-Videos), gesundheitsverachtenden Eifer und einen leichten Hang dazu, auf Geld einen riesigen Haufen zu scheißen – besetzte Häuser, linksalternative Wohnprojekte, Hinterwaldfestivals, Kneipen, egal - die Hauptsache ist, sie können irgendwo spielen. Und wenn sie das tun, darf das Publikum sicher sein, einen biergeschwängerten, schweißtreibenden Orkan zu erleben. Diese Energie galt es nun wiederum auf Platte zu pressen.

Den Start legt ein atmosphärisches Synthwave-Intro hin, bevor Burn at the Stake maximal hasserfüllt losballert. Umgehend meldet sich die Kehle, ihr dürstet nach Bier. Denn diese Art Musik funktioniert so nun mal am besten. Wer möchte, natürlich auch gerne alkoholfrei. Angeschwärzter Speed Metal in exzellenter Darreichungsform, leicht roh mit klarer und absolut authentischer Patrick W. Engel- Produktion. Hier hört man jeden Anschlag, jeden drum hit und jede gezupfte (!) Basssaite von Tieftöner Stargazer! Dazwischen röhrt Gitarrist und Sänger Berzerker in wahnsinniger Geschwindigkeit seine Texte runter. So auch in Untold Fears.

Zwischen den Stücken lockern Einspieler und Synthwave-Versatzstücke das etwas enge Black Speed Korsett auf, clever, denn so können die knackigen Stücke für sich stehend wirken und kommen nicht wie eine halbstündige Prügelorgie daher. Unkend könnte man meinen, dass so die Spielzeit künstlich verlängert wird. Realistisch ist allerdings, dass das Zusammenspiel ausgezeichnet funktioniert. Bemerkenswert ist auch, dass Drummer Hellraiser darauf bestand, das Stück Killing Bear nicht nur selbst komplett zu komponieren, sondern auch komplett selbst einzuspielen – mir fehlen allerdings die Vocals. Hier werden die Einflüsse des Punk ganz besonders deutlich, wobei sie im Grunde in allen Stücken durchschimmern.

Im Folgenden wirkt das Album wie am Stück eingespielt, wobei auch die Stücke, wie etwa Parasitic Descent, emotionaler werden, da überschlägt sich auch mal die Stimme. Authentisch sagen die einen, unprofessionell sagen die anderen. Wenn man Necromancer eins nicht absprechen kann, dann ist es Authentizität. Auch durch den Titeltrack Unholy Trinitiy suppt literweise Herzblut, wer hier nicht seine Fists zum pumpen raisen will, der soll sich doch bitte verpissen und so komplett sterilen Mummenschanz wie Snooze Ticket hören, oder wie die heißen.

Zum Grand Finale Kugelhagel wurde nochmal in die Trickkiste der menschlichen Vernetzung gegriffen und mit Erik von Boundless Chaos, Merlo (ebenfalls Boundless Chaos sowie Apep und Eurynomos) und Conne von Psychotop Verstärkung ans Mikrophon gezogen. Ein wieder mehr Richtung Punk neigender, runder Abschluss einer Platte bei der mir persönlich lediglich der fehlende Gesang in Killing Bear und das überhastet wirkende Pain/ Torment/ Despair, daneben die dann am Ende doch recht kurze Laufzeit, nicht so gut reingehen. Ansonsten passt hier alles so zusammen wie es ist und sein muss. Also: Scheut euch nicht, diese grundsätzlich pflegeleichten Stimmungsgaranten zu eurer Bar oder Bat Mitzwa, eurem Festival oder sonstigen Live-Show zu buchen! Dieses Album verspricht auch live einen völligen Abriss!

Anspieltipps:
🔥 Burn at the Stake
Circle of Death
Unholy Trinity
Kugelhagel


Bewertung: 8,9 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Worship The Ancient One - Burn At The Stake
02. Untold Fears
03. Torture, Torment...Kill - Unchain The Evil
04. Killing Bear
05. Lunatic Attitude - Circle Of Death
06. Parasitic Descend
07. Musikalische Perversion - Unholy Trinity
08. Pain/Torment/Despair
09. Kugelhagel



SOCIAL MEDIA

Album der Woche

Album des Monats

Album des Jahres

MERCH

70.000 Tons 2024

The new breed

GROTESQUE GLORY

mottenkiste

P P P

ZO SONGCHECK

V.I.P.

alter Z.O.F.F.

Unsere Partner

Join the Army

Damit das klar ist