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NUCLEAR WARFARE – All Hail to the Liberator (2026)

(10.151) Olaf (7,5/10) Thrash Metal


Label: MDD Records
VÖ: 19.03.2026
Stil: Thrash Metal






Manchmal ist es wie ein Klassentreffen nach vielen Jahren: Man weiß ziemlich genau, was einen erwartet – und freut sich trotzdem darauf, genau das wiederzubekommen. NUCLEAR WARFARE gehören für mich genau in diese Kategorie. Seit über zwei Jahrzehnten lärmen sich die Süddeutschen durch die Republik, und ja – als KSC-Sympathisant müsste ich eigentlich einen großen Bogen um alles aus Stuttgart machen. Aber seien wir ehrlich: Wenn der Thrash stimmt, ist mir die Postleitzahl herzlich egal.

Sechs Jahre nach Lobotomy melden sich die Jungs nun mit ihrem mittlerweile siebten Rundumschlag zurück. 25 Jahre Bandgeschichte, und immer noch dieses unerschütterliche Credo: Thrash Metal, wie er im Buche steht – deutsch geprägt, mit einem ordentlichen Schuss Bay Area im Tank. Genau das bestätigt auch der Pressetext, der die Band als feste Größe der Szene beschreibt, die ihrem Stil treu bleibt, ihn aber gleichzeitig immer wieder leicht nachjustiert. Und das trifft es ziemlich gut: Hier wird nicht revolutioniert, hier wird perfektioniert.

All Hail to the Liberator ist ein Album, das sich nicht anbiedert, sondern einfach macht. Vom ersten Riff von Nuclear War an ist klar: Hier wird nicht diskutiert, hier wird geliefert. Die Gitarren sägen trocken, das Schlagzeug knüppelt präzise wie ein Uhrwerk auf Koffein, und Florian keift sich mit dieser angenehm rotzigen Attitüde durch die Songs, als hätte er noch eine Rechnung mit der Welt offen. Was besonders auffällt: Das Material wirkt eine Spur härter und gleichzeitig melodischer als früher – ein interessanter Spagat, der erstaunlich gut funktioniert.

Dabei bleibt die Band ihrem Prinzip treu: keine überflüssigen Experimente, keine unnötigen Schnörkel. Stattdessen bekommt man genau das, was der Titel verspricht – eine Art thrashiges Manifest, das zwischen Kriegsmetaphern, bissigem Sarkasmus und klassischer Szene-Romantik pendelt. Gerade Zeilen, die sich thematisch um Konflikte, Macht und den alltäglichen Wahnsinn drehen, wirken wie kleine Seitenhiebe auf eine Welt, die ohnehin schon laut genug ist – nur dass NUCLEAR WARFARE sie noch ein Stück lauter drehen.

Produktionstechnisch wurde das Ganze im Dual Noise Studio in São Paulo veredelt, und das hört man auch. Der Sound ist angenehm roh, aber nicht rumpelig – eher wie ein gut gereifter Motor: knatternd, aber zuverlässig. Kein steriles Hochglanzpolieren, sondern genau die richtige Portion Dreck unter den Fingernägeln, die Thrash braucht, um zu funktionieren.

Und trotzdem – und das ist vielleicht der einzige kleine Haken an der Sache – bleibt die große Überraschung aus. Das Album ist durchgehend stark, handwerklich auf einem verdammt hohen Niveau, aber es gibt keinen Moment, der einem komplett die Sicherungen rausjagt. Es ist eher dieses konstante „Ja, genau so muss das“, anstatt eines „Heilige Scheiße, was war das denn bitte?“. Aber vielleicht ist genau das auch die Stärke der Platte: Verlässlichkeit statt Effekthascherei. Das Cover übrigens: herrlich oldschoolig, genau so, wie man es sich wünscht – irgendwo zwischen apokalyptischem Wahnsinn und klassischem Thrash-Kitsch. Passt perfekt zur Musik und schreit förmlich danach, als Backpatch getragen zu werden.

Unterm Strich liefern NUCLEAR WARFARE genau das ab, was sie seit Jahren auszeichnet: ein kompromissloses, ehrliches Thrash Metal Brett ohne unnötigen Firlefanz. Kein Album, das die Welt verändert – aber eines, das sie für knapp 45 Minuten ein bisschen lauter, schneller und ehrlicher macht. 25 Jahre Bandgeschichte, sieben Alben und immer noch dieser Hunger – das ist alles andere als selbstverständlich. Glückwunsch dazu, und bitte genau so weitermachen.

Anspieltips:
🔥Nuclear War
💀United by Thrash
🎸Power of War


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Nuclear War
02. Rough Day
03. United by THrash
04. Power of War
05. With Sword and Cross
06. The Striker
07. Trouble in the World
08. What I really can
09. All Hail to the Liberator 



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