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POISON RUIN – Hymns from the Hills (2026)

(10.193) Phillip (7,5/10) Heavy Metal Punk


Label: Relapse Records
VÖ: 03.04.2026
Stil: Heavy Metal Punk






Wer die letzten paar Jahre nicht hauptberuflich damit beschäftigt war der beste Patrick Star- Look-alike zu sein, der wird den Namen dieser Band zumindest schonmal irgendwo gelesen haben. Wer dies bis dato noch nicht geschafft hat, hat in den folgenden Minuten die Gelegenheit sein Interesse aufkeimen zu lassen oder seine Befürchtungen bewahrheitet zu sehen.

Philadelphia, oder auch die U.S. von A. generell, haben mit dem Thema Mittelalter so viel zu tun wie mit einem humanistischen Gesundheitssystem. Aber zumindest lieben sie es dort drüben so zu tun, als wüssten sie zumindest das Erstere Bescheid. Aber da AmerikanerInnen als Hobby Nummer Eins haben, völlig drüber zu sein, wird bei Mittelalterveranstaltungen, beziehungsweise Renaissance-Fairs (da sieht man doch schon, dass die Nix kapieren) ein großes Gemisch von Epochen und Fantasy einfach wild gemixt. Denn die romantische Ausstrahlung des extrem grob gefassten Themas Mittelalter wirkt ja trotzdem unanständig anziehend.

Um die Kurve zu Poison Ruïn zu bekommen: mittelalterliche Ästhetik, Burgen, Streitkolben, Textzeilen sind hier allgegenwärtig und werden mit dem D.I.Y.-Spirit der politisch, für amerikanische Verhältnisse, sehr weit links angesiedelten Untergrundszene Philadelphias vermischt. Und heraus kommt zum großen Teil recht melancholischer Punk, der Nähe zu The Clash, RVIVR oder der Rotzigkeit der Ramones hat, insbesondere im Sound fühlt man sich sofort zu Hause, wenn man in seiner Jugendzweit ein paar Monate oder Jahre mit auch nur einer dieser Bands verbracht hat.

Der Kniff ist allerdings, dass Poison Ruïn gerne eine kleine metallische Melodie oder ein Riff einfließen lassen (Lily of the Valley, The Standoff) und auch im Songwriting deutlich flexibler und spannender sind als man es von Punk vermuten könnte. Denn hier stehen die Texte zwar nicht im Hintergrund, doch die Musik und die transportierte Stimmung deutlich im Vordergrund. Melancholie, aber kämpferisch und treibend. Bis auf ein paar wenige Zwischenstücke geht’s hier schnurstracks nach vorne.

Und das geht insgesamt wirklich gut rein. Besonders das Hallig-pumpende in der Rhythmusfraktion holt mich zumindest zügig ab und ich fühle mich, als säße ich wieder mit ein paar Freunden, einem tragbaren CD-Player, einem roten Kasten Ost-Champagner und einer Menge Drehzeug auf einer Parkbank umringt von Plattenbauten. Doch da man inzwischen erwachsen ist, kommen auch die getrageneren Zwischenstücke (Howls from the Citadel) oder das wuchtige und rhythmisch interessante Crescent Sun gut an. Dennoch: Im dritten Viertel des mit knapp über 40 Minuten recht üppigen Albums ließ meine Aufmerksamkeit und auch mein Interesse regelmäßig nach – da waren mir die Songs einfach zu beliebig, trotz nicht nachlassender Schubkraft. Glücklicherweise war das Final des Albums dann stets grandios.

Also: Gönnt euch, wenn euch das verlinkte Video zum hitverdächtigen Eidolon bereits gefallen hat, solltet ihr spätestens jetzt Poison Ruïn eine Chance geben.

Anspieltipps:
🌼 Lily of the Valley
Eidolon
🗡Crescent Sun


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Intro
02. Lily Of The Valley
03. Hymn From The Hills
04. Eidolon
05. Howls From The Citadel
06. Pilgrimage
07. Guts (Lay Your Self Aside)
08. Turn To Dust
09. Puzzle Box
10. Serpent's Curse
11. Sleeping Giant
12. Crescent Sun
13. The Standoff



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