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GUTRECTOMY – Slamdown is not a Phase, Mom (2026)

(10.269) Olaf (8,5/10) Slam / Deathgrind


Label: DIY
VÖ: 29.09.2026
Stil: Slam / Deathgrind






Zwölf Minuten. Mehr brauchen GUTRECTOMY offenbar nicht, um komplette Wohnzimmereinrichtungen in Schutt und Asche zu legen. Slamdown is not a Phase, Mom klingt nämlich so, als hätte jemand einen Presslufthammer mit Energy Drinks, Schweinehälften und einem kaputten Airhorn gefüttert und anschließend beschlossen, daraus eine EP zu machen. Und ja – das funktioniert erschreckend gut.

Die Truppe aus dem Schwarzwald gehört mittlerweile seit anderthalb Jahrzehnten zu den verlässlichsten Abrissunternehmen der deutschen Slam-Szene. Während andere Bands nach ein paar Jahren anfangen, Prog-Elemente einzubauen, melancholisch in den Sonnenuntergang zu schauen oder plötzlich Clean-Gesang entdecken, drehen GUTRECTOMY einfach die Kanalisation auf Anschlag. Nach den deathcorigeren Ausflügen der letzten Jahre wirkt diese EP wie eine bewusste Rückkehr zur eigenen DNA – primitiver, stumpfer, brutaler. Und genau darin liegt ihre Stärke.

Hier gibt es keine komplizierten Konzepte, keine tiefgründigen Botschaften und offenbar auch keinen einzigen Gedanken daran, Rücksicht auf Nachbarn zu nehmen. Die Vocals funktionieren eher als zusätzliches Perkussionsinstrument denn als klassischer Gesang. Worte werden verschluckt, zermahlen und als gutturaler Betonklotz wieder ausgespuckt. Das Resultat klingt wie ein sterbender Grizzlybär im Schleudergang einer Betonmischmaschine. Wunderschön.

Musikalisch walzt die EP alles nieder, was sich ihr in den Weg stellt. Breakdowns reißen einem die Boxen aus der Verankerung, die Snare knallt wie eine Backpfeife vom Türsteher und diese permanent eingestreuten Airhorns sind ungefähr so subtil wie eine Abrissbirne im Porzellanladen. Genau deshalb macht der Kram aber auch so absurd viel Spaß. Besonders herrlich gerät dabei Chainsaw Vasectomy, das zwischen völliger Slam-Eskalation plötzlich sogar eine Rap-Einlage aus dem Ärmel schüttelt. Eigentlich komplett bescheuert. Praktisch genial.

Dass die Band dabei bewusst auf klassische Songstrukturen pfeift, macht die Sache sogar noch intensiver. Diese knappen zwölf Minuten fühlen sich weniger wie eine EP an, sondern eher wie eine notdürftige medizinische Behandlung nach einem Verkehrsunfall mit einem Panzer. Der Sound ist fett, widerlich und drückt mit der Eleganz eines Kühlschranks aus dem dritten Stock direkt ins Gesicht.

Und dann dieses Cover. Ganz ehrlich: Das dürfte ohne Diskussion zu den geilsten Artworks des Jahres gehören. So absurd überzeichnet, so herrlich drüber und gleichzeitig so perfekt passend zu dieser musikalischen Vollkatastrophe, dass man beinahe ehrfürchtig davor sitzt wie ein Kunststudent vor der Mona Lisa – nur eben mit mehr Blastbeats und weniger Kulturförderung.

Natürlich ist das hier nichts für Leute, die Musik analytisch sezieren wollen. Slamdown is not a Phase, Mom ist keine Platte zum Nachdenken. Das ist Musik für verschwitzte Kellerclubs, kaputte Nackenwirbel und Menschen, die beim Wort „Feinfühligkeit“ automatisch an einen Vorschlaghammer denken. Ist das überhaupt erlaubte Musik für Pfingsten? Wahrscheinlich nicht. Aber genau deshalb braucht man sie.


Bewertung: 8,5 von 10 Punkten





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