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Live on Stage Report: BRAINCRUSHER FESTIVAL

27. bis 28.03.2026 – Hirschaid @ Jahnhalle


So langsam neigt sich die dunkle und kalte Jahreszeit dem Ende entgegen und dementsprechend wird es endlich wieder Zeit, die Festivalsaison einzuläuten und wie könnte das besser geschehen als mit der Jubiläumsausgabe des herrlichen BRAINCRUSHER FESTIVALs in Hirschaid? Der gute Norbert und sein Team feiern mittlerweile schon 25 Jahre extremen Metal und haben dafür (wieder mal) ein Billing aus dem Hut gezaubert, welches dem geneigten Todes- bzw. Schwarzmetaller direkt eine dicke Gänsepelle über den geschundenen Leib treiben sollte. Was die Jungs und Mädels hier Jahr für Jahr in der Jahnhalle zu Hirschaid auffahren, nötigt mir den allergrößten Respekt ab. Ein DICKES Dankeschön für die Liebe, die Passion und die bedingungslose Hingabe, mit der das alles bewerkstelligt wird, sei mir hier erlaubt! Danke.

FREITAG, 27.03.2026

Dummerweise muss man als Normalsterblicher früh noch arbeiten und so kann ich mir nicht gleich, zur Einstimmung auf den Tag, einen leckeren Gerstensaft in den Schlund kippen, aber zum Glück gibt’s ja Homeoffice und so kreist wenigstens die ein oder andere Platte im heimischen Büro und macht die letzten Stunden vorm Wochenende ein bisschen erträglicher. Zur Mittagspause gönne ich mir dann aber trotzdem die erste Patrone des Tages und kurze Zeit später sitzen wir auch schon im Auto. BRAINCRUSHER, wir kommen…. [Patrick]

Noch bevor der erste Ton durch die Halle sägt, beginnt das erste Festival des Jahres genauso, wie es soll: Aus dem Autofenster ein herzhaft lautes „Eeeeyyy!“ – und wer steht da? Das unfassbar sympathische Duo hinter dem PURE FUCKING METAL FESTIVAL: Diana und Harald. Dann dauerte es nicht mehr lange, bis SIE auftauchten – Manu und Patrick, aus dem Norden, bzw. aus dem Pott kommend, mit diesem typisch ernsten Blick, der mehr erzählt, als er verbirgt. Zwei stille Konstanten inmitten des Trubels. Rau im Ausdruck, herzlich im Kern - Bärenbrüder. Und in dem Moment, in dem sie bei uns stehen, wird es ruhig im Inneren – weil man weiß: Jetzt sind wir komplett. Was bleibt, ist nur noch ein leiser Gedanke, fast schon ein Ritual: Wo wird uns der erste Weg hinführen? Logisch…..an die Theke. Schließlich hat man ja mal Durst und so einem irrsinnig leckerem Schlenkerla Rauchweizen kann man sich auch wirklich schwer entziehen. Kurz darauf wird uns allen klar: Das hier ist nicht nur ein Festival – das ist Szene, das ist Familie, ja….das ist ein Art Zuhause.

OFFENDED BY CELLAR
Die ersten Schläge hallen von der Bühne – und gleich erhebt sich ein kleiner Stilbruch zwischen den, im Generellen etwas extremeren und obskureren Bands des Abends. OFFENDED BY CELLAR, eine noch recht frische Extrem-Metal-Formation aus dem nahen Lichtenfels, eröffneten das BRAINCRUSHER – und man erinnerte sich direkt an die Worte im Vorfeld: „Nicht jede Band passt hier rein.“ Genau dieses Gefühl schwebte auch ein bisschen im Raum. Nicht falsch verstehen – die Jungs und Mädels haben abgeliefert, keine Frage. Druck war da, Energie ebenso. Aber irgendwie wollte der Funke, aufgrund der eingangs erwähnten, etwas aus dem Rahmen fallenden Ausrichtung des gebotenen Death/Thrashs nicht ganz überspringen. Es war insgesamt ein guter Start – aber eben (noch) nicht dieser magische Moment, der uns verzaubern sollte. [Miriam]

Mittlerweile vollumfänglich im Schlenkerla-Himmel angekommen, bin ich bereits im hinteren Hallenteil, am Merch-Stand schon wieder dem Vinyl-Wahnsinn verfallen. Dennoch möchte ich hier noch kurz hinzufügen, dass man als Opener auf einem etabliertem Festival, zwischen all den Szenegrößen auch wirklich oftmals ein schweres Los gezogen hat. Allerdings zeigt die Tatsache, dass immer mal wieder lokale Bands im Billing auftauchen, wie gut die fränkische Szene untereinander funktioniert. Das ist auch nicht selbstverständlich. [Patrick]

RATS OF GOMORRAH
Hier trennen sich unsere Wege – zumindest kurzfristig. Während mein Mann sich lieber dem Bier und (vermutlich) netten Gesprächen widmet, wage ich mich alleine vor die Bühne. RATS OF GOMORRAH, ein Zweimann-Kommando aus Deutschland, liefern das, was man erwartet: Dreck, Chaos, rohe Gewalt. Und vor allem: Moritz an den Drums – eine absolute Maschine. Präzise, wild, kompromisslos. Was die beiden zu zweit auf die Bühne rotzen, ist technisch und energetisch absolut bemerkenswert. Aber – und das bleibt hängen – es schwingt ein bitterer Beigeschmack mit. Wenn man weiß, wie manche Personen abseits des Mikrofons auftraten, wird es schwierig, das Ganze unbefangen zu feiern. Das zieht sich leider wie ein Schatten durch Teile der Szene. Musikalisch bleibt die Mucke dennoch stark. Die Halle? Überraschend gut gefüllt. Der Sound? Klar, druckvoll, vielversprechend. Das BRAINCRUSHER nimmt Fahrt auf – apropos Fahrt aufnehmen.... wo ist eigentlich mein Mann? [Miriam]

Ja wo wird er wohl sein? Ich schätze Moritz wirklich sehr, aber aus Gründen zog ich es vor, an der „Freilufttheke“ ein paar leckere Biere zu genießen und Kontakte zu pflegen, denn bekannte Gesichter gab es da ja allerhand zu sehen. [Patrick]

PROSCRIPTION
Ein kalter Wind zieht aus dem Norden durch Hirschaid. PROSCRIPTION betraten die Bühne – und mit ihnen veränderte sich die Atmosphäre schlagartig. Das war kein bloßes Geballer mehr – das war ein Ritual. Dunkel, erhaben, fremd. Auch wenn das nicht mein bevorzugtes Genre ist, muss man den Finnen lassen: Das war massiv. Diese nordische Kälte, diese kontrollierte Wucht – einfach unverkennbar finnisch. [Miriam]

Auf Platte ist das ja gar nicht so ganz mein Ding, aber live sind die Jungs eine absolute Macht, die mich ein ums andere Mal in Zeiten zurückversetzte, in denen BELPHEGOR noch Gigs in Bamberger Jugendzentren gespielt haben. Hätte ich lange Haare, wäre jetzt die Zeit, die Frisur neu zu föhnen. Schönes kontrolliertes Chaos und eine perfekte Überleitung zur nächsten Band.

BLOOD RED THRONE
Norwegen ist ja nun mal nicht gerade für seine Death Metal Szene bekannte, aber wenn norwegischer Death Metal spricht, dann so: direkt, brutal, ohne Umwege und BLOOD RED THRONE machen genau das. Ich mag die älteren Alben der Jungs wirklich sehr, aber auf Albumlänge ist mir das seit einiger Zeit ein bisschen zu gewöhnlich. Zwar immer gut und auf konstant hohem musikalischem Niveau, aber eben nie wirklich herausragend und nachhaltig einprägsam. Live macht das allerdings unfassbar viel Spaß und während bei bestem und irrsinnig druckvollem Sound, die bissigen Riffs durch die Halle walzen, bleibt der Blick immer wieder an einer Person hängen: dem Bassisten. Absolut krank. Wie der Mann sein Instrument beherrscht, ist jenseits von Gut und Böse. Als dann noch „Arterial Lust“ vom 2005er Album in die gierige Meute gefeuert wurde, war der Schreiberling sehr glücklich. Geiles Ding! So macht man das! So geht Death Metal! [Patrick]

DØDHEIMSGARD
Was jetzt folgt, ist kein Konzert mehr – das ist ein Ausnahmezustand. DØDHEIMSGARD, angeführt von Yusaf Parvez alias Vicotnik, zerlegen jede Erwartungshaltung. Man könnte versuchen, das Geschehen zu beschreiben – aber es bleibt bei sabberndem, ehrfürchtigem Gestammel. Das ist ganz großes Kino. Intensiv, leidenschaftlich, wahnsinnig. So viel Ausdruck, so viel Hingabe habe ich bei einer Black-Metal-Show selten gesehen. Erste Reihe, Mitte – völlig egal, man ist einfach mittendrin im Strudel. Und dann passiert’s: Ein Stück von Vicotniks Bühnenarsenal (eine Art Spitzenschal) landet bei mir. Kurz Realität verloren. Tränen fließen. Abend gewonnen. Können ins Bett. [Miriam]

Ich habe hier nicht allzu viel hinzuzufügen, denn auf diesem Gig fieberte ich seit der Ankündigung, irgendwann im letzten Jahr entgegen. Dementsprechend weggetreten war ich über die gesamte Dauer dieser Messe. Was für eine Show! Immer drüber, permanent am Rande des Wahnsinns, jedoch niemals kitschig, spielten sich die Jungs durch eine Setlist, die wirklich keine Wünsche offenlässt. Wahrlich keine leichte Kost, aber für mich der intensivste Fanmoment und das unschlagbare Highlight dieses Festivals und die Tatsache, dass ich kurz nach dem Gig mit Vicotnic zum kleinen Smalltalk im Backstage auf dem Boden liegen durfte, machte das alles nur noch spezieller. Der „Spitzenschal“ bekommt natürlich einen Ehrenplatz im Musikzimmer. Norbert…..vielen Dank für diesen magischen Moment!

RUINS OF BEVERAST
Hier mussten wir uns erstmal sammeln und das gerade erlebte verarbeiten. Zeit dafür gab es genug, denn obwohl wir beide große NAGELFAR Fans sind, mag uns der doomig experimentelle Sound Alexander von Meilenwald´s RUINS OF BEVERAST so gar nicht ins Ohr schweben. Wir begnügten uns mit diversen Kaltgetränken und Gesprächen. Derweil verging die Zeit wie im Flug und schon wurde der letzte Akt des ersten Abends eingeleitet. [Patrick]

ROTPIT
Zum Abschluss ging es nochmal ganz tief rein in den modrigen Keller. ROTPIT – und mit ihnen Obersympath Ralf, ein herzensguter Mensch… bis er die Bühne betritt. Denn dort gibt es kein Halten mehr. Roher, dreckiger Old-School-Death-Metal wird dem Publikum ins Gesicht geschleudert. Kein Schnickschnack, kein Kompromiss – es herrschte nur Verwesung, Groove und unbändiger Druck. Das war ein würdiger Abschluss eines gelungenen ersten Festivaltags. Zum Glück sahen das viele Anwesende genauso, denn zu so später Stunde, vor relativ viel Publikum zu spielen ist auch nicht selbstverständlich. Kurz: ROTPIT haben ABGELIEFERT. [Miriam]

SAMSTAG, 28.03.2026

Leider hatten wir durch diverse unvorhergesehene nächtliche Komplikationen, deren Einzelheiten ich auch hier erspare, den angepeilten Frühshoppen, inkl. Weißwurstfrühstück verpasst. Das ist schade, denn die musikalische Begleitung übernahm auch dieses Jahr wieder unser Freund und Lieblings DJ Max Maniac mit einem ausgewähltem Vinyl-Set. Man kann halt einfach nicht auf jeder Hochzeit tanzen und für meine körperliche Verfassung, war ein Aussetzen des Frühshoppens wohl auch nicht die schlechteste Idee. ;) Immerhin waren wir dann gegen Mittag wieder am Start. [Patrick]

Während ich gedanklich schon Richtung Bühne abdrifte, verlagert sich der Fokus an anderer Stelle ganz klassisch: Männlein hat seinen Platz gefunden – am Bierstand, gemeinsam mit den Bärenbrüdern Manu und Patrick.

AIMLESS DEATH
Nach kurzer Stärkung in Form eines Leberkäs-Brötchens und diversen rauchhaltigen Kaltgetränken, ging es zum ersten Mal in die Halle, denn dort beginnen AIMLESS DEATH aus dem benachbarten Kulmbach bereits amtlich die Bühne zu zerlegen. Ihr leicht angethrashter Death Metal fährt bei bestem Sound direkt in Mark und Bein, wobei die kräftigen Vocals von Fronter Stefan besonders ins Ohr gehen. Schöne Säge und ein mehr als amtlicher Einstieg in den zweiten Festivaltag. [Miriam]

NAXEN
Danach mussten bereits die Schwarzmetaller von NAXEN auf die Bretter und so sehr ich mich auf Black Metal gefreute haben, umso weniger bereit war ich zu dieser Uhrzeit dafür. Es war für diese Art Musik, nach meiner Definition einfach viel zu früh. Prinzipiell mag ich die Mucke der Jungs aus Münster schon sehr, aber diesmal sprang der Funke einfach nicht so über. Das lag sicher nicht an der Band und ihrem Auftritt, als vielmehr an meiner eigenen Stimmung, die sich im körperlichen Aufwärmmodus befand und sich daher eher im positiv, gutgelaunten Biertrinkermodus ergab, als sich in die Tiefen einer atmosphärisch dystopischen Black Metal Klanglandschaft fallen zu lassen. Unabhängig davon, lieferten NAXEN ein amtliches und absolut souveränes Set, während die Halle zum ersten Mal am Tag auch mit einer ordentlichen Publikumsanzahl glänzen konnte. [Patrick]

IMPURITY
Und dann: ein Bruch in der Zeit. Plötzlich sank der Altersdurchschnitt im Raum spürbar – und die Schweden von IMPURITY stehen auf der Bühne.
Ihr Sound ist tief in den frühen 90ern verwurzelt, hörbar geprägt vom schwedischen Death Metal à la ENTOMBED oder DISMEMBER. Diese typische Kettensägen-Gitarre, dieser rohe, leicht modrige Klang – als hätte man eine alte Sunlight-Studio-Aufnahme direkt in die Gegenwart gezerrt. Was den Auftritt aber wirklich trägt, ist weniger Nostalgie als vielmehr Überzeugung. Die Jungs haben sichtbar Bock, bewegen sich natürlich, wirken hungrig – und genau das überträgt sich. [Miriam]

Auf Platte überzeugt mich der Sound IMPURITY´s noch nicht gänzlich, aber das hier war ganz großes Kino! 4 junge Typen, deren Altersdurchschnitt bei rund 20 Jahren liegt, zelebrieren hier die grobe schwedische Säge. Gut, manche Songteile klangen da schon arg an die unüberhörbaren Idole angelehnt und ab und an meinte man auch „Override Of The Overture“ durchschimmern zu hören, aber der Spaß und der Unterhaltungswert waren während des Auftritts immens und somit seien der Band derart freche Entlehnungen verziehen. Ein paar Stunden später, sollten sich die Jungs im Bierzelt so richtig wegmachen, aber das macht sie ja nur noch sympathischer.

FRAGMENTS OF UNBECOMING
Ein altes Flaggschiff im deutschen melodischem Todesblei und doch war es für mich die Livepremiere von FRAGMENTS OF UNBECOMING. Über die Klasse dieser Band auf Albumlänge braucht man eigentlich keine großen Worte mehr zu verlieren, aber was die Herren da live abgerissen haben, war ein irrsinnig intensives Spektakel. Allen voran, Frontmann und Brüllwürfel Sam Anetzberger. Spätestens nach zwei Songs war der Mann in seiner eigenen Welt und wirbelte regelrecht über die Bühne, dazu diese unfassbar geilen Growls und Screams. Der Mann besitzt ein Lungenvolumen, bei dem es mir beim Zuschauen schon schwindelig wird. Die Setlist war für mich recht gut bestückt, was vor allem im Titeltrack vom aktuellen Album „Dawnbringer“ und der selbstbenannten Bandhymne vom Debutalbum gipfelte. Anfangs herrschte leider ein herber Soundbrei, in dem das Schlagzeug fast vollständig unterging, aber glücklicherweise wurde auch dieses Problem von Song zu Song besser und somit lieferten die Herren eine absolut geile Show! Leute, ihr dürft gerne mehr spielen!

Über die folgenden THRONEHAMMER möchten wir aus Gründen keinerlei Worte verlieren und dementsprechend mieden wir die Halle, wie der Teufel das Weihwasser! [Patrick]

DARVAZA
Auf diesen Auftritt habe ich besonders hingefiebert. Und schon bei der Ankunft war klar: die Norwegisch/Italienischen DARVAZA bringen abartige Dunkelheit mit. Endlich wird es corpsepaint-lastig auf der Bühne. Endlich dieses kalte, finstere Auftreten. Stilistisch stark im Fahrwasser von GORGOROTH – böse, aggressiv, kompromisslos. Aber: So richtig überwältigend? Leider nein. Es war gut. Druckvoll. Giftig. Doch irgendetwas hat gefehlt, dieser eine Moment, der alles kippen lässt. Und dann… diese seltsamen Geräusche zwischendrin. Sind das Fliegen? Technikprobleme? Eine Störung oder gar Absicht? Man weiß es nicht – aber es reißt einen immer wieder raus. An dieser Stelle muss es mal raus: Das Licht war stellenweise eine Katastrophe. Der Lichtmensch hatte scheinbar dauerhaft die Sonnenbrille auf. Die Bühne? Kaum sichtbar. Die Bands? Oft nur Schemen und Schatten. Wir alle wissen um die Problematik der Handynutzung auf Konzerten, aber ein Foto oder ein kleines Video als Erinnerung war hier schlicht nicht möglich? Gerade bei so einer visuellen Musik wie Black Metal, ist das einfach nur verschenkt. Schade. [Miriam]

Joa, ganz nett…………aber ich verstehe dieses Brimborium um diese Band nicht wirklich. Keine Ahnung ob man hier schon von einem Hype sprechen kann, aber gefühlt ist DARVAZA in aller Munde und dafür ist mir persönlich die Mucke einfach zu gewöhnlich. Das ist solide und gut gemacht und live rotzen die Mannen das auch absolut stimmig auf die Bretter, aber so richtig begeistern kann mich das alles weder live, noch auf Platte. Gute Unterhaltung, ein solider Gig, nicht mehr und nicht weniger. Nun galt es schnell noch das ausgetrocknete Weizenglas zu befüllen und ab ging es zum vermeintlichen Tageshöhepunkt!

VINTERLAND
Das erste und einzige Album der Band „Welcome My Last Chapter“ hat mittlerweile 30 Jahre auf dem Buckel und fast genauso lang, hat dieses Werk einen ganz festen Platz in meinem Herzen! Nun, die Retrowelle ist ja aktuell in vollem Gange und dementsprechend haben auch VINTERLAND wieder Blut geleckt und bringen diesen pechschwarzen Klassiker, in Originalbesetzung auf die Bühnen dieser Welt. Ob man das nun braucht oder nicht, muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden. Ich für meinen Teil, habe mich sehr auf diesen Auftritt gefreut und wurde musikalisch auch nicht enttäuscht.

Diese wahnsinnig intensiven und magischen Momente, welche mich als Hörer im damaligen Erstkontrakt mit dem Album völlig vereinnahmen konnte, blieben aber leider aus und ich kann nicht mal benennen woran das denn wirklich gelegen hat. Spielerisch und musikalisch, war das auf absolut höchstem Niveau, aber letztendlich sind 30 Jahre eben auch eine verdammt lange Zeit, in der bei jedem Einzelnen unheimlich viel passiert ist. Manchmal erwischt einen die Welle der Nostalgie und manchmal schwappt sie eben an einem vorbei. Diesmal stand ich offensichtlich neben der Welle und sah „nur“ einen geiler Gig mit knapp 50 Minuten grandioser Musik. Trotzdem ein schönes Ding und auch hier bin ich dem BRAINCRUSHER Team sehr dankbar! [Patrick]

Dann war er da. Mein FANGIRL-MOMENT. Auf dem Weg zur Rauchbiertanke, mitten im Geschehen dann ein Moment, der plötzlich alles andere kurz ausblendet: Markus Stock taucht auf. Ein Name, der in der deutschen Szene Gewicht hat – sei es durch EMPYRIUM, THE VISION BLEAK oder SUN OF THE SLEEPLESS.

Für einen kurzen Moment wird aus Festivalmodus Fanmodus. Ein paar Worte, ein kurzer herzlicher Austausch – und dann fällt ganz beiläufig eine Andeutung, die hängen bleibt: Neues Material von zwei der genannten Bands liegt in der Luft. Mein Herz machte Freudensprünge. Mehr braucht es für mich gar nicht. Was für meinen Mann der gestrige DODHEIMSGARD Auftritt war, war für mich dieser kleine bedeutungsvolle Moment! Oftmals sind es eben die Kleinen Dinge im Leben und somit hat sich auch dieser Abend schon mehr als gelohnt. Überglücklich übergebe ich an Männlein….[Miriam]

GRAVE
Ich mag die Jungs ja wirklich und gerade die ersten drei Platten aus den frühen 90gern haben bei mir, eher Black Metal-affinem Typen einen besonderen Platz im Plattenregal. Diesen aktuell vorherrschenden und nahezu ausufernden „Hype“ um die Band kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen. Das liegt zu einem Großteil daran, dass GRAVE als schwedische Death Metal Band eben mal so überhaupt nicht schwedisch klingen mag. Was für den einen somit als absolutes Alleinstellungsmerkmal durchgeht, stellt für mich allerdings oftmals mehr Fluch als Segen dar. Wie dem auch sei, ein Großteil des Publikums sah das definitiv anders und demnach war die Halle bis in den letzten Winkel gefüllt.

Gereckte Fäuste, tosender Beifall und permanent anhaltende GRAVE Rufe begleiteten eine Band, die in fantastischer Spiellaune und bei bestem druckvollen Sound die Jahnhalle fast zum Einstürzen brachte. Bandklassiker wie „Into The Grave“, „You´ll Never See“ oder „Soulless” brachten auch mein schwarzes Herz schwer in Wallung und somit kann man diesen Gig als wahren Triumphzug bezeichnen. Geiles Ding und definitiv eine kaum zu nehmende Hürde für den nun folgenden Headliner……

SAMAEL
…..hier kam genu die Befürchtung ins Spiel, die sich im Vorfeld geäußert hatte. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt und so war ein Großteil der Besucher in hoffnungsvoller Erwartungshaltung, denn ein Old School Set von SAMEL ist eigentlich nur mit einem echten Drumkit möglich. Die Ernüchterung machte sich bei uns allerdings schon viele Stunden vor dem Gig breit, denn schon beim mittags anberaumten Soundcheck stellten wir fest, dass die Schweizer mit kleinem Besteck angereist sind und somit kommen die harten Beats aus der Konserve. Das wäre ja prinzipiell, bei einem angemessenem Klang noch nicht mal das Schlimmste, doch möchten mir die relativ modern getrimmten, ja fast technoiden Drum-Sounds nicht so ganz schmecken, bzw. mag genau dieser Klangtechnische Fortschritt so gar nicht zu den alten kultigen Songs passen. Schlecht war das nicht, aber der erwartete Old School Faktor konnte sich nicht wirklich einstellen.

Da wir diesmal nicht bereit waren, die überaus horrenden Abzockerpreise (an BC Wochenenden kosten die Zimmer immer das doppelte) des….zugegeben….auch nicht sehr komfortablen Hotels am Ortseingang Hirschaid zu bezahlen, hieß es nun für uns, den Heimweg anzutreten. Diesem Unterfangen fiel dann leider der Auftritt von SUEL zum Opfer, aber der Kopf war einfach voll und die mittlerweile müden Knochen gierten unnachgiebig nach Schlaf.

An dieser Stelle gilt es nochmal Danke zu sagen! Danke für diese grandiose Festivalreihe, bei der es Norbert und sein Team immer wieder schaffen, ein Billing zu stricken, welches nicht die übliche Stangenware liefert, sondern immer und ausschließlich mit feinen Juwelen der Death- und Black Metal Szene bestück ist.

Die Halle passt, der Sound war dieses Jahr fast immer druckvoll und perfekt inszeniert und wenn man überhaupt Kritik äußern muss, dann ganz klar im Bereich des Bühnenlichtes, denn wie bereits an anderer Stelle geschrieben, war vieles leider nur schemenhaft zu erkennen. Zudem geriet der Außenbereich aufgrund der recht hohen Teilnehmerzahl das ein ums andere Mal an seine Grenzen und könnte evtl. etwas vergrößert werden. Prinzipiell ist das aber alles Meckern auf höchstem Niveau und schmälert in keinem Fall den Erfolg dieses überaus gelungenen und rundum spaßigen Wochenendes. Ein spezieller Dank geht noch an den Trabi, der euch passend zum Bericht, mit den dazugehörigen Fotos versorgt.

Wir kommen definitiv wieder! Vielleicht schon Ende Oktober, wenn das BRAINCRUSHER-Team zum „Nuclear Winter“ ruft, denn auch hier ist das Line-Up wieder allererste Sahne und ruft z.B. mit URGEHAL, GRAVEN und MORTEM ein paar absolute Perlen der schwarzen Musik nach Hirschaid. Darüber hinaus wird, neben vielen weiteren Top-Acts, dass deutsche Thrash Metal Urgestein DESTRUCTION ein „40 Years Of Eternal Devestation + Infernal Overkill“ Set auf die Bühne rotzen. Wir sehen uns! [Patrick]


MIRIAM & PATRICK

Fotos by Danny Jakesch (lieben Dank)



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