Label: Pavement Music
VÖ: 16.06.17
Stil: Metal, Ethereal vibes, (Crossover)
Vor zwei Jahren im Süden Pennsylvanias gegründet, stellen 1818 auf ihrer Facebook-Seite deutlich heraus, dass sie schon mit vielen US-Künstlern auf der Bühne gestanden haben. Das scheint mir aber eher im Nachmittagsbereich eines Festivals gewesen zu sein, denn obwohl manches Licht auf „Hiraeth“ leuchtet, zeigen sich auch viele Schatten. Da mir die genannte EP vorliegt und ich keinerlei live-Erlebnis der Band nachweisen kann, mögen sich durchaus Diskrepanzen zwischen einem Konzert und dieser Aufnahme finden. Das Potenzial des Shouters ist deutlich hörbar, ebenso wie manche Ideen auch zünden (Pluspunkte). Die Aufnahme selbst ist eher blass und wirkt oberflächlich, gerade was die Performance der gesamten Band im Vergleich zum Shouter, sowie des Schlagzeugs im Besonderen angeht. Da rumpelt es gehörig und die Becken regeln beim Pitch übelst hörbar ab. Das kann man im Studio (und auch selbst) geschickter bewerkstelligen, indem man sie vorher mal abmischt.
„Seven“ beginnt den Reigen mit einem typischen Metal/Hardrockriff, in das Shouter Paul Saliga mit gehörig kehlig-rulzigem Schrei einstimmt. Der Kerl hat ordentlich Luft und Stimmbänder für solche Shouts. Immer wenn diese fast metalcore-artigen Vocals unterliegen, klingt das Material noch am besten. Gerade das brachiale Ende des Songs, der ansonsten wenig Abwechslung bietet (und auch vom Gitarrensolo her eher offenbarend ist), zeigt, was gehen könnte.
Das folgende „Believe“ hat fast was thrashiges, weil es im fetten 6/8-Takt vor sich hin hüpft. Ein live-Publikum wird diesen Song lieben, zumal der Chorus halftime sehr harmonisch daherkommt. Zur Hälfte zeigt der Shouter seine harmonischen Gesangsqualitäten. Der Song ist für mich der schlichte, aber wirkungsvolle Treffer der EP
„Swallow“ beginnt atmosphärisch. Bass und Gitarre grooven, bzw. schweben. Leider zeigt sich schnell, dass die Vocals irgendwie in der Strophe nicht ausgereift sind. Das wirkt nicht sehr souverän. Das ändert sich jäh, im simplen Chorus, der einfach nur auf die Fresse geht. Das „Swallow“ der Leadvocals, wird durch gesungene weibliche Backings abgerundet. Der Song trägt zum Ende hin durchaus, wenn da nicht die schwache Strophe wäre.
„Bastard“ zeigt einen absolut ähnlichen Aufbau wie sein Vorgänger, wobei es roher und damit für die Band vorteilhafter erscheint. Es zeigt sich erneut, dass die deftigeren Töne eindeutig eher das Metier von 1818 sind.
„Yesterday calls me home“ beendet die EP als Ballade, die durchaus Potential hätte, wenn die Vocals nicht wie erwähnt so unterschiedlich qualitativ wären. Die Diskrepanz zwischen cleanem Gesang und Shouts ist recht frappierend. Dies ist vor allem der Fall, wenn Mr Saliga innerhalb einer Phrase hin und her wechselt.
Immerhin ist die EP für den musikalischen Ansatz in kompositorischer Hinsicht nicht so planlos wie viele Metalcore-Alben. Davor schützt der mehr im traditionellen Metal oder Hardcore angesiedelte Ansatz. Leider zeigen sich bei der Ausführung und der Aufnahme der EP aber eben die möglichen Schwächen. Bleibt zu hoffen, dass die Rückmeldungen von Konzertbesuchern die Band zur musikalischen Raison bringen, denn mit dem Shouter und etwas Abstimmung der Band untereinander sollten durchaus gute Songs möglich sein.
Bewertung: 6,0 von 10 Punkten
Tracklist:
01. Seven
02. Believe
03. Swallow
04. Bastard
05. Yesterday calls me home

