AGAINST I – Anti Life (2026)
(10.130) Maik (6,5/10) Black Death Metal
Label: Twisted Flesh Recordings
VÖ: 13.03.2026
Stil: Black Death Metal
Die Schweden von AGAINST I sind nun schon mit ihrem vierten Langspieler am Start, und das, wo sie doch erst seit 2022 unterwegs sind. Das Gerät schimpft sich „Anti Life“ und der Titel zeigt schon mal auf, dass es bei der Mucke nicht unbedingt um lebensbejahende Botschaften geht.
Die Band agiert in einer Melange aus Black und Death Metal, vermischt das aber mit genreuntypischen Einsprengseln aus dem Groove-Bereich und sogar etwas Industrial. Der Unterschied zum Schwarzwurzelklang und zum Todesgedröhn besteht aber hauptsächlich im Sound. Denn die Gitarre hat weder den höhenlastigen Black Metal-Touch noch den sumpfig tiefgestimmten Death Metal Vibe aufzuweisen.
Das verleiht „Anti Life“ einen knackigen Sound, der klar und fast ein wenig klinisch wirkt. Instrumental wird auf Abwechslung gesetzt, was dem Album viele verschiedene Facetten verleiht. Klangtechnisch erinnerten mich Teile an „Reinkaos“ von DISSECTION, allerdings packt mich „Anti Life“ nicht vollends. Das liegt ein wenig an den Gesangsparts. Der Schreiadler am Mikro variiert seine Vocals zwar zwischen Schwarzgekreisch, Todesgrunz und teils theatralischem Klar/Sprechgesang, was dem Sound gerade in „Temple Of Greed“ eine Atmosphäre verleiht, die ein wenig an CRADLE OF FILTH erinnert.
Leider sind die Gesangslinien von Song zu Song etwas zu ähnlich gestaltet, sodass kaum ein Song aus dem Gesamtwerk heraussticht, und sich ein Wiedererkennungswert nur sehr spärlich aufbaut. Das hat den doofen Effekt, dass die Mucke schon sehr schnell dazu tendiert, am Ohr gemächlich vorbeizuplätschern. Man hat teilweise den Eindruck, hier einem einzigen Werk zuzuhören, welches nur aus produktionstechnischen Gründen in einzelne Stücke unterteilt wurde.
Da der Gesang auch ziemlich dominant in den Vordergrund gemischt wurde, rückt die Gitarrenarbeit zu sehr in den Hintergrund und wirkt nur in den gesangsfreien Passagen prägend, und die halten sich in Grenzen.
Ich musste mich schon beim zweiten Hördurchgang zwingen, nicht die Skipfunktion zu verwenden, da das Album zwar aggressiv arrangiert ist, aber auf Dauer bei mir einen Gähndefekt auslöste. Das wäre bei einer Newcomerband wahrscheinlich noch unter ‚Meckern auf hohem Niveau‘ einzuordnen, bei einer Band, die schon ihr viertes Album raushaut, ist das aber etwas dürftig. Und da bin ich wieder in diesem Dilemma, dass ich das Album eigentlich mögen möchte, die ganze Zeit aber überlege, warum. Die Produktion ist super aggressiv und schmerzhaft, die Riffs reißen zum Teil auch ganz gut an der Hirnhaut, aber insgesamt packt es eben nicht hundertprozentig.
Auch enden einige Songs etwas abrupt, was ziemlich unangenehm mit dem oft auf Bombast getrimmten Sound kontrastiert und ein wenig den Eindruck erweckt, dass hier halbfertige Songs auf das Album gepackt wurden. Oder eben derselbe Track in verschiedenen Versionen, die dann auch nicht wirklich verschieden wirken.
Auf „Anti Life“ sind 14 Stücke, und die ziehen sich dann auch entsprechend auf fast eine Stunde Spielzeit. Und für diese Distanz passiert einfach zu wenig. Vielleicht sollte die Band nicht so stark auf Quantität setzen. Vier Alben, vier EPs und etliche Singles in nur vier Jahren zeugt zwar von Fleiß, wirken dann aber auch ein wenig wie Akkordarbeit und das wird dann eben zu ‚Masse statt Klasse‘.
Was AGAINST I hier auf vierzehn Songs zelebrieren, hätte auch in vier gemacht werden können. Auf diese Spieldauer hin wirkt das Album doch etwas repetitiv, und dadurch auch ein wenig einfallslos.
Anspieltipp:
🚫 Anti Life
💸 Greed
Bewertung: 6,5 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. In Death’s Grip
02. Built To Destroy
03. Anti Life
04. Darkness Within
05. Descend
06. Temple Of Greed
07. Empire Of Bones
08. Greed
09. Sacrifice
10. Throne Of Tyranny
11. War Never Ends
12. Where We Lay To Rest
13. Symphony For The End
14. All Hope Is Gone

