AXE DRAGGER – Axe Dragger (2026)
(10.121) Maik (7,5/10) Heavy Metal
Label: Ripple Music
VÖ: 06.03.2026
Stil: Heavy Metal
Ich bin ja immer etwas skeptisch, wenn es um sogenannte ‚Supergroups‘ geht. Das müffelt immer ein wenig nach Namedropping und Aufmerksamkeitsheischerei. Doch als ich das Albumcover sah und den Opener gehört hatte, war mein Interesse geweckt, und ich krallte mir das Album zwecks rezensorischer Schwafelei.
Ja, das Coverartwork lässt irgendwie auf eine Art Blackened Thrash schließen, und auch das Bandlogo sieht passend martialisch aus. Doch nachdem der selbstbetitelte Opener und Titletrack in meine Lauschlappen drückte, fand ich mich plötzlich in klassisch geprägtem Heavy Metal wieder, der mit ordentlich Druck den NWOBHM-Kult zelebriert.
Doch zunächst mal zum Namedropping, falls es interessiert. Da hätten wir zunächst Bob Balch, Gitarrist bei FU MANCHU, dann den Ex-PENTAGRAM-Drummer Pete Campbell, Bassist Fredrik Isaksson von DARK FUNERAL und zu guter Letzt am Gesang Terry Glaze, den die Älteren vielleicht noch als ersten PANTERA-Vokalisten kennen.
Jedenfalls, der Song Axe Dragger knallt ordentlich und wirkt, als hätten JUDAS PRIEST den mittlerweile etwas behäbig gewordenen IRON MAIDEN mal ordentlich in den Hintern getreten, die beiden hätten dann DIO zum Leben erweckt und das Ganze eingehämmert. Der Track machte dann auch tierisch Bock auf das ganze Album und die Vorfreude stieg ins Unermessliche.
Und war der Opener eher die wuchtige Schiene, ist Give You The Rope eher ein galoppierender Rocker mit leichtem Hardrock-Touch. Ganz passabel, aber auch irgendwie austauschbar. Schauen wir mal, wie es weitergeht. Auch Fight Another Day hat definitiv Old-School-Vibes, geht aber mehr in Richtung alter US-Metal.
Der Iron Rider spielt mit einem Schlenker zum Rock’n’Roll, und so langsam habe ich den Verdacht, dass bei AXE DRAGGER die Stilfindung noch nicht völlig abgeschlossen ist. Nichts gegen Abwechslung, aber irgendwie finde ich persönlich keinen roten Faden.
Eine leicht doomige, aber insgesamt groovige Ausrichtung verfolgt Eat Me From The Inside. Hier schielt die Band irgendwie in Richtung Moderne, teilweise fühlte ich mich an die Ripper-Ära von JUDAS PRIEST erinnert. Shock ’Em Dead spielt mit dem Kontrast harten Riffings und doch eher entspannt wirkendem Gesang, der nicht wirklich heavy wirkt.
Dafür pfeffert El Toro wieder ein gepflegtes PRIEST-Riff heraus, auch die Gesangslinien liegen irgendwo zwischen JUDAS PRIEST und DIO. Irgendwie klingt der Gesang hier auch wieder anders als bei den anderen Tracks. Komisch.
Die obligatorische Powerballade bringen AXE DRAGGER mit The Damned Will Cry auf den Plan und bewegen sich nun auf eher getragenen Pfaden. Dafür wird mit Fire In The Madhouse wieder Gas gegeben. Hier agieren die Kameraden fast im Speed/Thrash-Bereich, auch der Gesang klingt um einiges rauer.
So, nun hatten wir ja etliche recht verschieden angelegte Songs, was fehlt also noch? Natürlich, der epische Wuchtbrummentrack. Den bieten uns AXE DRAGGER zum Ende der Platte mit Death Is Calling My Name. Wuchtig und stampfend, mit eher wieder entspannterem Gesang, lässt die Band das Album ausklingen.
Und ich sitze hier, hin- und hergerissen und völlig ratlos. Einzeln für sich sind die Songs alle nicht schlecht, aber der rote Faden, der das Album zu einem Ganzen zusammennähen soll, franst ständig aus und flutscht aus dem Nadelöhr. Es wirkt irgendwie wie ein Sampler, auf dem sich verschiedene Bands versammelt haben. Abwechslungsfaktor ist 11 von 10 Punkten, Originalität steht so eher im Mittelfeld und bei Homogenität verkacken die Jungs völlig.
Solche Alben sind die schlimmsten für einen Reviewschreiber. Zu gut, um verrissen zu werden, aber nicht gut genug, um Lorbeeren einzuheimsen. AXE DRAGGER bieten eher ein Potpourri aus klassischen Metalstilen als ein Album, welches wie aus einem Guss wirkt. Wie schon angedeutet, schlecht ist das Album nicht, aber eben auch nicht überragend. Bei Bands, die als ‚Supergroup‘ angepriesen werden, erwarte ich einfach mehr.
Anspieltips
🔥 Axe Dragger
🔥 El Toro
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Axe Dragger
02. Give You The Rope
03. Fight Another Day
04. Iron Rider
05. Eat Me From The Inside
06. Shock ‘Em Dead
07. El Toro
08. The Damned Will Cry
09. Fire In The Madhouse
10. Death Is Calling My Name

