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SERPENT ICON – Tombstone Stories (EP) (2026)

(10.140) Olaf (9,0/10) Melodic Death Metal


Label: DIY
VÖ: 06.03.2026
Stil: Melodic Death Metal







Nicht jede Veröffentlichung braucht eine lange Aufwärmphase. Manche laufen an, und nach wenigen Sekunden weiß man: Das funktioniert. Genau dieses Gefühl hatte ich bei SERPENT ICON und ihrer EP Tombstone Stories. Ein Projekt aus Nordrhein-Westfalen, gegründet von Gitarrist Tobias Dahs nach seinem Ausstieg bei LIVING ABYSS, unterstützt von Hartmut Stoof am Schlagzeug und niemand Geringerem als Christian von NIGHT IN GALES am Mikro. Die Mission war laut Bandinfo denkbar simpel: eine Verneigung vor klassischem Melodic Death Metal, wie er einst aus Göteborg über die Welt rollte – nur eben aus deutscher Perspektive. Und das funktioniert überraschend gut.

Denn Tombstone Stories klingt nicht nach Retro-Karaoke, sondern nach ehrlicher Begeisterung für dieses Genre. Treibende Riffs, große Melodiebögen, druckvolle Drums und ein Gesang, der nicht nur aggressiv klingt, sondern Worte auch wirklich transportiert. Gerade Christians Stimme ist ein echtes Pfund: klar verständlich, sauber phrasiert und mit genügend Biss, um die Songs zu tragen. Das sorgt dafür, dass die Texte präsent wirken und nicht einfach im typischen Death-Metal-Gebrüll verschwinden.

Produktionstechnisch gibt es ebenfalls wenig zu meckern. Tobias Dahs hat Mix und Aufnahme selbst übernommen, das Mastering stammt von Michael Haas – und das Ergebnis knallt ordentlich. Die Gitarren haben Druck, die Leads bringen genau die richtige Portion Melancholie ins Spiel und das Schlagzeug hält alles stabil zusammen. Kurz gesagt: geil produziert. Kein Plastikglanz, kein übermodernes Sounddesign, sondern genau die Art Klangbild, die dieser Musik gut steht.

Was die EP besonders stark macht, ist ihre Konsequenz. Fünf Songs, kein Leerlauf, keine überflüssigen Experimente. Stattdessen eine kompakte Dosis Melodic Death Metal, der gleichermaßen aggressiv wie eingängig funktioniert. Laut Promotext deckt die EP dabei das komplette Spektrum zwischen brachialer Attacke und hymnischer Melodie ab – und genau so fühlt es sich auch an. Jeder Track ein Banger. So muss schwedischer Melo Death klingen… und das aus Deutschland.

Auch das Artwork passt perfekt zur Atmosphäre der Musik. Düster, stilvoll und mit genau der richtigen Portion Friedhofsromantik. Kein generischer Fantasy-Kitsch, sondern ein Cover mit Wirkung, das den Charakter der Songs wunderbar einfängt.

Tombstone Stories eine echte Überraschung. Eine EP, die zeigt, dass klassischer Melo Death noch lange nicht im Museum steht. SERPENT ICON liefern hier ein starkes, leidenschaftliches Stück Metal ab, das nicht versucht, das Genre neu zu erfinden, sondern einfach alles richtig macht.

Anspieltips:
🔥Ashes
💀Tombstone Stories
🎸Sirens and Sinners


Bewertung: 9,0 von 10 Punkten




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