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Live on Stage Report: WACKEN 2026

vom 28.07. bis 01.08.2026 @ Wacken




Tag 4 - Mittwoch, 29.07.2026


Wir schreiben Mittwoch, den 29.07.2026, und das Wacken Open Air startete heute offiziell! Ab heute öffnete auch der Wacken United Bereich. Dieser Bereich löste vor zwei oder drei Jahren den alten Pressebereich ab und funktioniert seitdem als Schnittstelle für Pressevertreter, Bands und Promoter. Es ist der VIP-Bereich, der auch sehr schön aufgebaut war. Pünktlich um 10:00 Uhr standen Lotti und ich im Pressezelt, und ich besorgte mir die Fotopit-Pässe für THE BUTCHER SISTERS (TBS), ELECTRIC BASSBOY und HÄMATOM.

Danach gingen wir zum EMP Backstage Club, um uns das Interview und Meet & Greet von TBS anzugucken. Es war lustig, Stroppo und Alex dabei zu beobachten, wie sie versuchten, die Fragen zu beantworten, obwohl die Lautstärke der W:E Stage es nicht wirklich zuließ. Nach einem Bobbycar-Rennen zwischen Sänger Stroppo und einem Fan konnten wir den Jungs auch Hallo sagen und ein gemeinsames Foto abstauben.

Im Anschluss ging es dann weiter zur Infield-Eröffnung. Dieses Event hatte ich noch nie miterlebt, und ich sagte zu Lotti, dass ich es bis jetzt nur aus Videos kenne und es einmal miterleben wollte. Ich positionierte mich mit meiner Cam etwa mittig im Infield, und Lotti stand etwas weiter vorne, um Videos zu machen. Als dann die „Show“ mit leichter Verspätung startete, war es einfach nur krass! Lotti sagte selbst danach, dass es für sie das heftigste Erlebnis des Festivals war.

Wenn man sich einfach vorstellt, dass Tausende Menschen voller Freude und mit puren Emotionen auf dich und die Bühnen zurennen, ist das einfach nur heftig und schön zu sehen. Das Wacken ließ Horrorfiguren vor die Einlassgatter laufen, die die Menge anheizten. Die Boxen wurden aufgerissen, und es wurde mit Feuer und Bombast das „OPEN THE GATES“ zelebriert.

Für uns beide war das ein Moment, den wir so schnell nicht mehr vergessen werden.

Aber was wäre Wacken ohne Zeitstress? Richtig, nichts Besonderes.

Die Nächste Tradition stand bereits auf der Bühne, wir reden hier von den W:O:A: FIREFIGHTERS! Diese spielten auf der Wackinger Stage eines ihrer Legendären Opening Shows. Davor wurde noch eine Ehe geschlossen oder wieder geschlossen und dann ging es auch schon los. Es ist jedes Mal schön wenn Metaler zu Blaßmusik abgehen und die Sau rauslassen.

Wir mussten uns dann aber wieder beeilen, denn um 16:00 Uhr spielte die THOMAS NICHOLAS BAND auf dem Welcome to the Jungle Stage. Den Namen kennen wahrscheinlich die wenigsten, aber es handelte sich hier um Kevin aus den AMERICAN PIE Filmen und seiner Band. Für mich als Kind der 90iger war es daher also ein totales Pflichtprogramm. Wir waren auch pünktlich dort gewesen und ich konnte einen meiner Jugend-Filmhelden Live und in Farbe vor mir stehen sehen. Das Konzert war sehr nostalgisch und auch sehr schön, wenn man zu dieser Zeit oder mit den Filmen aufgewachsen ist. Songs wie „Stifflers Mom“ oder auch „1999“ passten einfach perfekt und die gelegentlichen Cover Songs von SUM41 oder BLINK 182 funktionierten gut. THOMAS hatte seinen Spaß, auch wenn das Zelt nicht sonderlich gut besucht war und feierte die Zeit der frühen 2000er und die AMERICAN PIE Filme in seinen Songs ab. 

Nach der Show mussten wir aber auch weiter zur Faster Stage, denn hier betraten um 18:00 Uhr die Jungs von TBS die Bühne. Wirklich, leckt meine Monsterdose und kotzt mir in die Bauchtasche! Was war das denn bitte für ein Abriss? Ich kannte TBS und ich feiere ihre Musik, aber leider hatte ich sie bis dato noch nie live gesehen. Ich liebe ja das Verrückte und Bekloppte, daher bin ich auch so ein ELECTRIC CALLBOY-Fan, aber TBS legen da einfach noch mal sehr viele Schippen drauf. Die Mischung aus Rap, Metal und Electro + WAHNSINN zog einfach. So wurde das erste Konzert auf den Hauptbühnen auch gleich für Lotti und mich ein denkwürdiger Auftakt.

Weiter ging es dann mit ELECTRIC BASSBOY … ja, nicht CALLBOY, sondern hier wurden die Boxen getestet. Die Jungs aus dem Pott spielten in Wacken ihr Techno/Metal-DJ-Set und lieferten ab. Mit ihrer Mischung aus Dubstep, Hardstyle und Metal-Klassikern sowie ihren eigenen Remix-Songs verwandelten sie das Infield in einen tanzenden Partyacker. Ich hätte nicht gedacht, dass es in Wacken funktioniert, aber rückwirkend betrachtet muss man sagen: Es ist Wacken, also warum nicht? Kevin und Nico hatten den Holy Ground voll im Griff und so war alles bereit für HÄMATOM! Bei meinem letzten Wacken-Besuch 2022 hatte ich mir die Band das erste Mal angeguckt und sie konnten mich abholen. Heute sollte es wieder passieren. Die Band hat sich in den letzten Jahren gut nach oben gespielt, auch wenn Lotti und ich uns einig sind, dass ihre Coversongs mehr zünden als die eigenen.

HÄMATOM erfinden das Rad nicht neu und wirken streckenweise auch sehr einfach gestrickt. Songs wie „Gott muss ein Arschloch“ sein treffen aber trotzdem genau ins Herz und Showtechnisch kann man auch nichts sagen. HÄMATOM waren schon ein würdiger Headliner, auch wenn TBS heute unsere Headliner der Herzen wurden. Danach waren wir dann aber auch erschossen und gingen ins Bett, es war ja aber auch wieder ein Tag mit sehr vielen krassen eindrücken. 


Tag 5 - Donnerstag, 30.07.2026


Am Donnerstag stand ich dann auch wieder pünktlich um 10:00 Uhr im Pressezelt, um mir die neuen Fotopässe einzusacken. Lotti war immer noch etwas erschlagen, und so ging ich dann allein zu ALIEN ANT FARM. Ja, richtig, die Band, die 2001 Annie fragte, ob alles okay mit ihr ist. Ich liebte die Jungs damals und feierte sie wirklich hart. Jetzt, nach 25 Jahren, diese Helden meiner Jugend (und ja, das wird noch öfter kommen ) live zu sehen, war ein kleiner Traum für mich. Die Show war cool, und ich kannte tatsächlich auch mehr Songs als gedacht. Leider war der Sound nicht so prall, sodass es eher ein ruhiges Wachwerden mit Nostalgiefaktor am Morgen wurde. Nach dem Konzert brachte ich meine Cam weg und holte Lotti aus dem United-Bereich ab.

Die nächste Band meiner Jugend stand nämlich bereits in den Startlöchern. Henning und seine H-BLOCKX waren bereit für ihr erstes Wacken-Konzert. WOW, einfach nur WOW! Mehr lässt sich zu diesem Konzert auch nicht sagen! Es war ein Abriss in Perfektion. Ich kenne die Band seit 1994 und bin mit „Move“ oder auch „Rising High“ aufgewachsen und durfte sie bereits Anfang der 2000er-Jahre in Biesenthal beim Motorcycle Jamboree live sehen, aber das Konzert in Wacken war einfach nur der Hammer! Es war heiß und knüppeldicke voll vor der Bühne und die Setlist war einfach nur ein Traum. Von neueren Songs über ältere Klassiker wie „Move“, „The Power“ oder auch „Rising High“ war alles dabei und zum Schluss wurde dann noch der Johnny-Cash-Song „Ring Of Fire“ rausgehauen. Das war amtlich und ich fragte mich wirklich: Wo war die Band die letzten Jahre gewesen? Henning sagte selbst, dass er sehr viele Probleme hatte, aber ich hoffe, sie starten jetzt noch einmal richtig durch. H-BLOCKX waren bis dato die größte Überraschung.

15 Minuten Pause hatten wir danach und es ging Schlag auf Schlag weiter. SKYLINE eröffneten traditionell am Donnerstag die Hauptbühnen. Wie bereits am Sonntag war die Band einfach nur toll. Der Song „Hold On“ wurde für mich und Lotti auch zur ultimativen Wacken-Hymne. Harry Metal hatte den Song so oft in seinen Videos verbaut, dass er eins mit den Bildern und den Emotionen des WOA geworden ist. Es flossen dann doch auch wieder Tränen der Freude. Natürlich wurden auch wieder Coversongs gespielt. Hier muss man besonders das LINKIN PARK-Cover von „The Emptiness Machine“ mit Jennifer Haben und „Heroes“ mit Thomas Jensen und Alissa White-Gluz hervorheben. Das waren schon starke Nummern und wieder muss ich sagen: SKYLINE ist keine Coverband mehr, sie stehen für sich und das ist auch gut so.

Nachdem wir jetzt fast 6 Stunden nur auf Tour waren, brauchten wir dann erst einmal eine kleine Pause und guckten uns später die Enttäuschung des Festivals im United-Bereich an. Die Rede ist von YNGWIE MALMSTEEN. Was war das denn für eine Scheiße? Der Gitarrengott war so ein arroganter Vogel, dass er gleich mehrfach gegen eine Scheibe flog! Wirklich, das war nichts! Er mag ein genialer Gitarrist sein, das hörte man ja auch, aber er wirkte so abgehoben und eingebildet, dass es schwer war, sich das Schauspiel anzugucken. Na ja, haben wir gesehen und machen da mal einen Haken ran!

Zum Glück gibt es noch Rockstars, die eine Ausstrahlung haben und sympathisch abliefern. Ich rede hier von EUROPE. Die Band braucht man wahrscheinlich niemanden mehr Vorstellen und so wurde mit „Rock The Night“ das Konzert und der Abend eingeleitet… und wie! Es folgten viele Klassiker aber nach „Carrie“ mussten wir zur Louder Stage. Ich hatte dort nämlich eine Fotoverabredung mit P.O.D., aber trotzdem schafften wir es zwischendurch noch das Finale von EUROPE mit ihrem „Final Countdown“ anzugucken. Ich fand es auch so schön lustig als Lotti bei dem Song auf die Bühne zeigte und meinte: „Das sind mal Rockstars und nicht dieser Selb betitelte Gitarrengott!“ Das war schon echt witzig, aber kommen wir jetzt zu P.O.D.!

Auch hier handelte es sich wieder um Helden meiner Jugend und ich war überrascht, wie gut die Band doch live ist. P.O.D. zählte für mich immer zu den Nachzüglern des NuMetals aber wir mussten feststellen das sie mehr als nur „Youth Of The Nation“ auf dem Kasten hatten. Lotti und ich waren beide überrascht wie viele Songs wir doch von ihnen kannten und es kam von uns beiden sehr oft dieser typische „ach der Song ist auch von denen“ Moment. Songs wie „Boom“, „Sleeping Awake“, „Afraid To Die” oder der letzte Song „Alive“ zündeten auf ganzer Linie! P.O.D. wurden dadurch zu einer weiteren Überraschung des Festivals.  

Leider ist es in Wacken aber auch so, dass man sich nicht alles angucken kann, was man möchte. Bei knapp 150 Bands und 9 offiziellen Bühnen kann man einfach nicht alles sehen. So musste ich leider auf das Konzert von SAVATAGE verzichten. Von Weitem sahen wir zwar viel Feuer und eine geile Lichtshow, aber vom Konzert bekamen wir nichts mit.

Unser Weg brachte uns schließlich zur Wasteland Stage, wo EVIL JARED & KROGI auftreten sollten. Es muss dort bereits zu leichten Verzögerungen gekommen sein, denn als wir ankamen, stand Sabina Classen immer noch im Fotograben, umarmte Fans und machte Fotos. Der Rest von TEMPLE OF THE ABSURD baute bereits ab und EVIL JARED & KROGI verzögerte sich. Leider so sehr, dass es zeitlich sehr knapp für uns wurde, denn Lotti wollte noch unbedingt zu MANNTRA. Bei EVIL JARED & KROGI wurde es so spät, dass wir leider nur noch einen Song miterleben konnten. Es war zum Glück aber auch noch ein BLOODHOUND GANG-Song. Es gab wohl massive technische Probleme mit dem In-Ear-Monitoring, sodass Krogi kurzerhand auf die Oldschool-Variante der Monitore und Lautstärke zurückgriff. Zum Glück war die ganze Show auch nicht als Konzert, sondern eher als Abrissparty angedacht gewesen.

Nach einigen Berliner Lüftchen und dem späten Beginn der Party gingen wir dann aber rüber zur Wackinger Stage. Ganz kurz noch etwas zum Wackinger Village: Hier hat sich an sich nichts verändert. Von der Größe her ist alles so geblieben.

Lotti fand diesen Bereich auch sehr schön, auch wenn wir 2026 selten dort waren. 2027 steht ja aber bereits in den Startlöchern und evtl. können wir ja dann das Wackinger Village etwas besser unter die Lupe nehmen.

Weiter geht es jetzt aber mit MANNTRA. Die Band sah ich bereits letztes Jahr beim Metal Frenzy Festival und ich hatte mich in sie verliebt. Gerade ihr Song „Ori Ori“ ist seitdem ein Dauerbrenner in meiner Playlist. Leider stieg dort meine Cam etwas aus, so dass ich nicht alles genießen konnte, aber für Lotti war es ein schönes Konzert und ein persönliches Highlight.

Zum Abschluss des Tages guckten wir uns noch den Rest von DEF LEPPARD an. Ich wollte die Truppe unbedingt einmal sehen und zum glück spielten sie auch alle meine Lieblingssong in der letzten halben Stunde. „Rock of Ages“, „Hysteria“, „Photograph“ und zum Abschluss „Pour Some Sugar On Me” rundeten den Tag perfekt ab. Lotti konnte zwar recht wenig mit ihnen anfangen, aber fand sie trotzdem gut. So ist das halt mit Musik. Es ist und bleibt immer eine Geschmackssache und zum glück gibt es aber auch so viele Bands, damit jeder etwas für sich findet. Wichtig ist lediglich, dass Musik verbindet und Emotionen erzeugt und das passierte heute definitiv sehr häufig. 




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